Helmholtz-Gymnasium in Karlsruhe

Gymnasien

Das Gymnasium ist eine weiterführende Schule der Sekundarstufe 2, die zur Hochschulreife führt.
Gymnasien verfolgen oft bestimmte Profile. Dabei können sie ihr Augenmerk auf den
naturwissenschaftlichen Zweig, den musischen Zweig oder auch auf den sprachlichen Bereich
legen.

Gymnasium: Fakten und Geschichtliches

Geschichtliche Anfänge des Gymnasiums bilden im Mittelalter die Stadt- und Klosterschulen. Das
vornehmliche Ziel der Schulbildung war der Erwerb lateinischer sowie zunehmend griechischer
Sprachkenntnisse für die Bibellektüre. Im Zuge der Aufklärung kamen Fächer wie Deutsch,
moderne Fremdsprachen wie Französisch und die Naturwissenschaften hinzu. 1812 definierte ein
königlicher Erlass das Gymnasium als amtlich einheitliche Bezeichnung für eine unmittelbar zur
Universität entlassende Schule.

Die Bildung in den Naturwissenschaften und den modernen Sprachen wurde im Gymnasium Anfangs des 20. Jahrhunderts immer mehr gefördert. In der Weimarer Republik wurde die „Deutsche Oberschule“ als Form des Gymnasiums ergänzt. Eine starke Ideologisierung erfuhr das Schulwesen im Nationalsozialismus. Die Gymnasialzeit wurde von neun auf acht Jahre verkürzt und der humanistische Gymnasialtyp weiter verdrängt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der deutschen Teilung spaltete sich die weitere Entwicklung: Die Bundesrepublik Deutschland führte das neunjährige Gymnasium der Weimarer Republik wieder ein. In der DDR wurde das Gymnasium als vierjährige Oberschule weitergeführt und nach der Schulreform 1959 durch die Erweiterte Oberschule (EOS) ersetzt.

Für den Besuch eines Gymnasiums sind die Zulassungsbedingungen zwischen den
Bundesländern verschieden. Die sogenannte Lehrempfehlung gilt in manchen Ländern
verpflichtend, in anderen wiederum nicht. Gymnasien mit inhaltlichem Schwerpunkt fordern eine
Aufnahmeprüfung.

Bildung ist Ländersache

Die „Kulturhoheit“ und damit auch die Zuständigkeit für das Schulwesen liegt innerhalb
Deutschlands bei den einzelnen Ländern. Somit gibt es in Deutschland kein einheitliches
Schulsystem, sondern regional unterschiedliche. Dies führt zu einigen Problemen.

In der heutigen wirtschaftlichen Lage sollten Eltern in der ganzen Bundesrepublik Arbeit suchen
können. Dies wird Ihnen jedoch durch das Schulsystem in Deutschland verwehrt. Aufgrund der
unterschiedlichen Schulsysteme ist ein Wechsel auf ein anderes Gymnasium sehr schwierig und
oft ohne Nachteile für den Schüler gar nicht zu leisten. Verschiedene Lehrpläne, unterschiedliche
Anerkennung der Leistungen im vorhergehenden Gymnasium und unterschiedlicher
Leistungsdruck stellen Eltern und Kinder vor große Probleme und machen einen Wechsel zu
einem anderen Gymnasium sehr unattraktiv.

Immer mehr Deutsche wünschen ein gesamtdeutsches Bildungssystem mit Verantwortung beim
Bund. Die Bürgerinnen und Bürger haben das Vertrauen aufgrund von ständig wechselnden
Modellen verloren.

G8- oder G9-Gymnasium

Der Beginn und die Länge der Ausbildung in einem Gymnasium hängt vom jeweiligen Schulsystem ab. In Deutschland beginnt das Gymnasium in den meisten Ländern in der Klasse fünf. In Berlin und Brandenburg kann man nach Beendigung der sechsjährigen Grundschule zum Gymnasium gehen. In Mecklenburg-Vorpommern besuchen die Schüler seit 2006 gemeinsam in der fünften und sechsten Klasse die Regionale Schule. Diese ist eine Kombination aus Real- und Hauptschule und ermöglicht den Schülern das Erlangen der Berufsreife nach der 9. Klasse, sowie der Mittleren Reife nach der 10. Klasse.

An einem Gymnasium beträgt die Ausbildungsdauer bis zum Abitur in der Regel neun Schuljahre.
Damit schließen Schüler das Gymnasium mit der dreizehnten Klasse ab. Thüringen und Sachsen
hielten nach der Wende ihr altes System von acht Schuljahren bei. Somit wird hier das
Gymnasium nach zwölften Klasse beendet. Seit 2004 stellen alle Bundesländer auf eine
Ausbildungsdauer von acht Jahre Gymnasiums um. Vor G8 war der Altersdurchschnitt deutscher
Abiturientinnen und Abiturienten vor dem anderer europäischer Länder. Mit der Umstellung sollten die Chancen deutscher Studierenden im internationalen Vergleich gesteigert werden.

Der sogenannte verkürzte Bildungsgang G8 steht jedoch auch aus verschiedenen Gründen in der
Kritik. Das „Turboabitur“erzeugt einen sehr hohen Leistungsdruck. Bereits in Hessen kehren viele
Gymnasien zu G9 zurück. Kritik wird vor allem über die zu überstürzte und unbedachte Umsetzung geübt. Die Lehrpläne wurde kaum an das neue System angepasst. Die Inhalte im Gymnasium wurden nicht neu strukturiert sondern in kürzere Zeit gepresst.


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